Manchmal gerät das Leben ins Chaos und dann ist es gut seinen eigenen Rhythmus wieder zu finden. Das gelingt manchmal durch Tanzen.  Einer meiner größten Intentionen nach Graz  zu ziehen, war mein Wunsch Tango tanzen zu lernen.  Wenn wir nach Kabarettvorstellungen im  Theater Cafe sitzen blieben und plauderten, kamen die Tango-Tänzer und Tänzerinnen. Ich war fasziniert beim Beobachten:  Wenn zwei Menschen Tango tanzen, dann ist so als würden sie ein Gedicht auf den Boden schreiben. Zwei Menschen tauchen in ihr eigenes Universum ein, aber sie teilen diese Erfahrung auch mit dem Menschen, mit dem sie tanzen.  Der Zauber, der mich so faszinierte, lag darin, dass sie sich sehr nah sind und zugleich die Freiheit des anderen wahren.  Sie achten so fein darauf, den anderen nicht zu beengen, damit er sich bewegen kann – ganz nach seinem/ ihrem Rhythmus.

Wenn  wir Tango tanzen, berühren wir unser Gegenüber  in  der Bewegung. Der eine Part kommuniziert Vorschläge, der andere Part erkennt und improvisiert mit geeigneten Bewegungen. Es gibt keine Choreographie, wir bleiben unbeschädigt, wir kreieren eine neue Geschichte. Man sagt, Tango wäre ein trauriger Tanz, aber das ist nur ein Teil.  Tango bringt viel anderes zum Vorschein: Freude, Trauer, Scham.   Tango ist kein Monolog, es ist eine Co-Kreation.

Bald ist der Lock Down vorbei und dann tanze ich TANGO!


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